Hintergrundartikel

03.12.2011

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Rauchen gefährdet die Umwelt

Tabak benötigt fünf Mal mehr Dünger und Pestizide als Nahrungspflanzen. Die eingesetzten Chemikalien belasten das Grundwasser und sind gesundheitsschädlich. Den Preis bezahlen alle in der Anbauregion, nicht nur die Tabakpflanzer_innen.

Tabak ist eine schwer zu kultivierende Pflanze. Der Aufwand für Anbau, Ernte und Veredelung ist enorm hoch. Denn Tabak entzieht dem Boden innerhalb kurzer Zeit wichtige Nährstoffe, wie Stickstoff, Phosphor und Kalium. Die Pflanzen werden dadurch anfälliger für Krankheiten. Dieses Problem wird durch den Umstand verstärkt, dass Tabak vielerorts in Monokultur angebaut wird – es findet kein jährlicher Wechsel mit anderen Kulturpflanzen statt.

Gift pur

Vor allem in der Wachstumsphase werden deshalb sehr viele Chemikalien eingesetzt – mehr als bei den meisten anderen Kulturpflanzen. Organochlorine, Organophosphate und Carbanate gehören dazu. Diese hochgiftigen Stoffe lösen unter anderem Schäden im Nervensystem aus und führen zu Atemlähmung und Herzstillstand. Tabak zählt zu den am meisten pestizidbelasteten Anbaupflanzen. Pestizide und Düngemittel sind aber nicht nur für die Bauern und Bäuerinnen gefährlich. Sie hinterlassen ebenso Rückstande in den Pflanzen und sickern ins Grundwasser, wo sie starke Vergiftungen bei Wasserorganismen verursachen.

Tabak schafft Wüsten

Der massive Chemikalieneinsatz und die auslaugenden Eigenschaften der Tabakpflanze führen nach zwei bis drei Jahren zu einem Zusammenbruch des Nährstoffhaushaltes in der Erde. Der Boden ist auf lange Sicht unbrauchbar. So haben auch andere heimische Pflanzen unter diesen Umständen keine Überlebenschanchen. „Bereits im Jahr 1962 berichteten Wissenschaftler vom Indian Agricultural Research Institute (IARI), dass Tabak im Vergleich zu anderen Nutzpflanzen, die in trockenen Regionen angebaut werden, die höchste Erosionsrate verursacht.“ heißt es in einer Publikation des Deutschen Krebsforschungszentrums. Bodenerosion bedeutet nachhaltige Austrocknung der Böden. Der Grundwasserspiegel sinkt ab und auch tiefere Erdschichten werden mit der Zeit betroffen. In ohnehin schon trockenen Gebieten hat das katastrophale Auswirkungen für die dort lebenden Menschen. Zurück bleiben verwüstete Landschaften.

Eine Chance?

Zu all dem kommt hinzu, dass für den Tabakanbau große Flächen an Tropenwald gerodet werden, was die langfristige Zerstörung des biologischen Gleichgewichts bedeutet. So sind zum Beispiel Bienenzüchter_innen in Tansania von der extremen Rodung der Wälder bedroht, da den Bienen die Möglichkeit genommen wird, sich anzusiedeln.
Der gezielte und weitreichende Eingriff des Menschen in dieses Ökosystem trifft am Ende eben diesen selbst. Einst optimal an den Lebensraum angepasste Siedlungsgebiete verändern ihr Gesicht und werden zu lebensfeindlichen Gebieten.
Erst wenn Tabak durch weniger aggressive Nutzpflanzen ersetzt wird und es ernstzunehmende Aufforstungsprogramme gibt, haben die betroffenen Regionen wieder eine Chance.

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