Der Tabak in den Marken von Philip Morris wird auf Kosten von Arbeitskräften und der Umwelt in den Ländern des Südens produziert.
Philip Morris International war bis Frühjahr 2008 eine 100% Tochterfirma der Altria Group. Das USA-Geschäft der Altria Group blieb die Philip Morris USA. Das offensichtliche Hauptgeschäft der Altria Group war der internationale Handel mit Tabakwaren, wie die Zahlen aus dem Jahr 2008 belegen. Auch getrennt vom Mutterkonzern und dem US-Geschäft behält PMI der Position des Marktführers mit einem Marktanteil von 16%.1
Dirty Deeds
Philip Morris/Altria erhielt 2005 den “Warnhinweis” der Kampagne Rauchzeichen! und musste sich dafür sogar in den ARD-Tagesthemen rechtfertigen.
Der Tabak in den Marken von Philip Morris wird auf Kosten von Arbeitskräften und der Umwelt in den Ländern des Südens produziert. So ist der Konzern zum Beispiel laut eigenen Angaben “der größte Abnehmer von malawischem Tabak”.2
Unmenschliche Arbeitsbedingungen, Kinderarbeit und Schulden kennzeichnen die Tabakproduktion in Malawi.3 Im Jahr 2007 waren die Preise für den Rohtabak, die Zwischenhändler zahlten, auf die Hälfte der Investitionskosten gefallen,4 für viele Tabakbauern und -bäuerinnen eine Schuldenfalle ohne Ausweg.
PMI kauft Tabak ausschließlich von Rohtabakfirmen wie Universal Corp. und Alliance Oneund weist daher eine Schuld an den Problemen der Produzent_innen von sich. Doch sowohl Universal als auch Alliance One sind von den Geschäften mit ihrem Großabnehmer PMI abhängig.5 PMI könnte diesen Einfluss nutzen und dafür sorgen, dass diese Firmen auf den Tabakauktionen gerechte Preise zahlen.
Dem Marlboro-Hersteller ist bewusst, dass auf den Tabakfeldern in Malawi Kinder arbeiten und ihnen dadurch ihr Recht auf Bildung verwehrt wird. Deshalb ist PMI auch Mitglied der ECLT- Foundation, einer Stiftung zur Abschaffung von Kinderarbeit im Tabakanbau.6
Die Stiftung soll unabhängig forschen und objektive Einschätzungen liefern, was mit der finanziellen Abhängigkeit von der Tabakindustrie kaum vereinbar ist.
Ein solches Programm kann ebenso wenig wie die Zusage von 3 Mio. US $ an die malawische Regierung für den Schulbau7 darüber hinweg täuschen, dass es gerade die Tabakindustrie ist, die erst die wirtschaftlichen Bedingungen schafft, in denen Kinderarbeit zum Überleben notwendig wird.8
- BAT: About us. Who we are. Global tobacco market. Stand: 09.08.2009. www.bat.com ↩
- Philip Morris International: David Nicoli. Kampf gegen Kinderarbeit im Tabakanbau. 11. März 2002. Rede. http://www.philipmorrisinternational.com/ Stand: 12.5.2007. ↩
- Martin G. Otanez: ‘Thank You for Smoking’:Corporate Power and Tobacco Workers struggle in Malawi. Dissertation. Irvine 2004. ↩
- Taoga Sabola: Govt prays for buyers’ mercy. In: Nation Online. 25.03.2007. ↩
- Universal Corp.: Annual Report 2009. Richmond 2009. und Alliance One: Annual Report 2009. Morrisville 2009. ↩
- Eliminating Child Labour in Tobacco Growing: Foundation Members. www. eclt.org Stand: 09.08.2009 ↩
- The Daily Times: National News. Tobacco firm assigns K400m for Malawi schools. http://www.dailytimes.bppmw.com/article.asp?ArticleID=9296 Stand: 09.08.2009. ↩
- Kampagne Rauchzeichen: Die Macher. Bisherige Aktivitäten. Warnhinweis 2005. www.unfairtobacco.org Stand: 09.08.2009. ↩
