1.227 US-Dollar – so viel Geld spart Tschechien (umgerechnet) pro verstorbener Raucher*in an Gesundheitsausgaben, Rentenbezügen und Unterbringungskosten.[1] Das behauptet eine Studie, die das Beratungsunternehmen Arthur D. Little im Auftrag von Philip Morris erstellt hat.[2] Der Tabakkonzern wollte mit dem Hinweis auf die „indirekten positiven Effekte des Rauchens“ eine geplante Erhöhung der Tabaksteuer verhindern. Als die Auftragsstudie 2001 publik wurde, entschuldigte sich der Marlboro-Hersteller für die Kalkulation angeblicher Einsparungen durch Tabaktote.[3] Das Vorhaben, ähnliche Berechnungen für Länder wie Polen, Slowenien und Ungarn anzustellen, wurde aufgegeben. In Tschechien hat der Vorfall dem Unternehmen nur wenig geschadet: Staatspräsident Milos Zeman hat sich ebenso wie sein Vorgänger Vaclav Klaus bei einem Werksbesuch in der tschechischen Philip Morris-Fabrik zu seiner Vorliebe für den Tabakkonsum und zu seiner Sympathie für die Tabakindustrie bekannt.[4]

Weiterführende Informationen:

Zusammenfassung der Studie bei Wikipedia

Risako Shirane et. al: Tobacco Industry Manipulation of Tobacco Excise and Tobacco Advertising Policies in the Czech Republic: An Analysis of Tobacco Industry Documents (2012)

Politische Einflussnahme