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08.06.2012

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Tabak bündeln in der Schule

Die Klasse 10b des John Lennon-Gymnasiums in Berlin bündelte beim Workshop fleißig Tabakblätter – aus Strohseide. Im Anschluss diskutierten die SchülerInnen angeregt über Alternativen und Lösungen.

“Also für zehn Minuten hat es mir Spaß gemacht – aber wenn ich das den ganzen Tag tun müsste….” Die Klasse 10b des John Lennon Gymnasiums bündelte am 8.6. beim Workshop fleißig Tabakblätter aus Strohseide und nähte sie in kleine Ballen. Zuvor hatten die SchülerInnen des Film “Human Rights and Tobacco Growing in Brazil” gesehen. Durch das Rollenspiel erfuhren sie am eigenen Leib, wie es den Pflanzer_innen in Brasilien geht: Sie verschulden sich, um Saatgut, Dünger und Pestizide zu kaufen, und bekommen beim Verkauf des Tabaks viel zu wenig zurück, um davon leben zu können.

Auch die Schüler_innen, aufgeteilt in Gruppen, zahlten für ihre Werkzeuge – Nadeln, um Ballen zu nähen – zehn Euro mehr als die 50, die sie am Anfang hatten. Am Ende des Spiels hatte die beiden Gruppen, die die meisten Ballen gemacht hatten, gerade mal zehn Euro verdient. Zu wenig zum Leben, wie sie schnell folgerten.

Dann gingen die Schüler_innen durch die Ausstellungen und diskutierten im Anschluss über Lösungen. Die ersten Ideen drehten sich um die Verantwortung der Konsument_innen und den Staat, der mehr regulieren sollte. Doch schnell wurde das Gespräch allgemeiner: Eine Veränderung der Situation könne es nur geben, wenn das kapitalistische System abgeschafft würde, meinten Einige. Damit waren andere ganz und gar nicht einverstanden. Eine gute Grundlage für weitere Diskussionen in der Klasse.

Danke an alle Schüler_innen, Herrn Palocsay und Herrn Wilke, es hat sehr viel Spaß gemacht!