Alliance One entstand 2005 durch den Zusammenschluss von DIMON und Standard Commercial und ist Nummer zwei auf dem Markt. Alliance One hat Fabriken und Lager in Brasilien (3), Argentinien, USA (3), Malawi, Tansania, Türkei, Deutschland (Karlsruhe) und Indonesien.
Alliance One verkauft seine Produkte an Zigarettenkonzerne in mehr als 90 Ländern, vor allem aber an zwei Großabnehmer: Philip Morris Intl. und Japan Tobacco Inc., an die Alliance fast die Hälfte seiner Produkte abgibt. Diese starke Abhängigkeit von PMI und JTI wird im Geschäftsbericht von 2009 als Risiko eingeschätzt.
Dirty Deeds
Alliance One werden immer wieder Kartellbildung und Preisabsprachen vorgeworfen. Partner bei dieser Art der illegalen Marktbestimmung ist meist Universal Corp. bzw. eine Tochterfirma.
Die Europäische Kommission (EC) verurteilte 2004 die Vorgänger-Unternehmen DIMON und Standard zu einer Strafe von 4,4 Mio. Euro (damals 5,7 US $) wegen illegaler Praktiken beim Tabakkauf in Spanien zahlen. Im Jahr 2005 verurteilte die EC den zusammengeschlossenen Konzern Alliance One insgesamt zu 24 Mio. Euro (damals 28,8 Mio. US $) für dieselben Praktiken auf dem italienischen Tabakmarkt.1
In Brasilien, wo Tabakbauern und -bäuerinnen im Vertragssystem an Alliance One gebunden sind, wurden im Dezember 2007 Klagen in den Staaten Santa Catarina und Paraná eingereicht. Die Tabakpflanzer_innen versuchen ihr Angestelltenverhältnis einzuklagen. Aus Santa Catarina wurde der Prozess auf Betreiben von Alliance an das Arbeitsgericht in Brasilia verlegt. In Paraná wird dasselbe versucht. Dieser Schachzug soll offensichtlich dazu führen, dass es Tabakpflanzer_innen schwer haben, als Zeug_innen oder Beobachter_innen am Prozess teilzunehmen. Denn die Hauptstädte Santa Catarinas bzw. Paranás sind 1.700 km bzw. 1.400 km von Brasilia entfernt. Das Verfahren ist noch anhängig.2