Gesundheitsrisiken durch Pestizide
Im Tabakanbau sind rund 150 verschiedene Chemikalien im Einsatz. Drei Pestizide und ihre Gesundheitsrisiken seien hier beispielhaft vorgestellt:
Aldicarb
Aldicarb ist eines der toxischsten Pestizide, schon bei einem Hundertstel Gramm tödlich. In Tierversuchen verursacht Aldicarb chronische Schäden des Nervensystems, unterdrückt das Immunsystem und kann Störungen der embryonalen Entwicklung verursachen. Aldicarb verursacht außerdem nachweislich genetische Defekte in menschlichen Zellen. Es enthält Dichlormethan, welches Hör- und Sehschäden und Schäden an Nieren und Leber verursacht. Aldicarb ist krebserregend und erbgutverändernd. Es ist toxisch für Vögel, Fische, Honigbienen, Regenwürmer, hat also auch Einfluss auf die Umwelt.
Chlorpyrifos
Chlorpyrifos ist ein weit verbreitetes Insektizid, das Organophosphate enthält. Die Benutzung wird mit erhöhten Selbstmordraten in Verbindung gebracht, es löst möglicherweise Depressionen aus. Beschwerden, die mit Chlorpyrifos in Verbindung gebracht werden:
- Atembeschwerden
- Bewusstlosigkeit
- Übelkeit,
- Erbrechen
- Durchfall
- Krämpfe
- Nervenschäden
- Sehstörungen,
- Schwindel, Verschwommener Blick
Chlorpyrifos ist möglicherweise erbgutverändernd und fruchtschädigend. Es kontaminiert Luft, Grundwasser, Flüsse, Seen und Regenwasser: Rückstände können bis zu 25km vom Ort der Anwendung entfernt nachgewiesen werden.
1,3-Dichlorpropen
1,3-Dichlorpropen ist ein hochgiftiges Desinfektionsmittel für Böden. Es verursacht
- Atembeschwerden
- Hautirritationen
- Sehstörungen
- Nierenschäden
- Gendefekte bei Insekten und Säugetieren
1,3-Dichlorpropen ist in Tierversuchen krebserregend. Es kontaminiert Grundwasser, Trinkwasser und Regenwasser.
Eine weitere Gefahr im Tabakanbau ist die
Green Tobacco Sickness.
Siehe auch den Christian-Aid-Bericht Hooked on Tobacco:
Chapter two. Pesticides: cause for concern: www.christian-aid.org.uk/indepth/0201bat/bat2.htm
Quelle
Tobacco Free Kids 2001: Golden Leaf, Barren Harvest. The Costs of Tobacco Farming. Washington: S. 24