Indien hat weltweit die drittgrößte Tabakproduktion mit 555.000 Tonnen (Weltmarktanteil 8,78%) und ist mit 224.404 Tonnen viertgrößter Rohtabakexporteur. Aller Tabak wird in Indien auf Auktionen verkauft.
In den 1990er Jahren wurden jährlich etwa 44.000 Hektar Naturwald für den Tabakanbau eingeschlagen. Zwar gibt es in Indien ein Programm zur Walderhaltung, das Gebühren für die Entnahme von Holz aus den Wäldern vorsieht, doch sind die Kosten für die Tabakbauern und -bäuerinnen zu hoch, so dass sie die Forstbeamt_innen bestechen und Holz illegal aus dem Wald holen.1
In Indien gibt es Bidi-Fabriken, in denen Frauen und Kinder ausgebeutet werden. Die Handarbeit lässt sich in wenigen Worten charakterisieren: extrem schlecht bezahlt, zeitaufwendig und unbequem. Die Arbeit bedeutet eine lange Zeit unbeweglich in einer Position zu sitzen und immer dieselben Handbewegungen auszuführen. Die Monotonie macht es schier unerträglich.2
- Suvarna, Thomas: Tobacco farming in India: An unreliable option to growers and workers, expensive proposition to farmers and a death warrant to farmers. In: Debra Efroymson (ed.): Tobacco and Poverty: Observations from India and Bangladesh. 2002, S. 6. ↩
- Priya Raghavan: Bidi workers in Ahmedabad, India: Monotonous work, low pay. In: Ebd., S. 30f. ↩
